Bereits im Laufe des vergangenen Jahres zeichnete sich ab, dass die Durchführung des traditionellen Neujahrskonzerts als bisherige Club-Activity aufgrund der Pandemie erneut nicht stattfinden können wird. Ein weiteres Jahr ohne wohltätige Aktion sollte dennoch nicht verstreichen, darüber herrschte clubweite Einigkeit. Getragen vom Lions-Gedanken „We serve“ wurde deshalb eine neue Idee geboren, der Corona kein Schnippchen schlagen konnte: der „Wunscherfüller“.  


Hintergrund der Überlegungen waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf sozial und finanziell schwächer gestellte Kinder und Jugendliche, die unter den Folgen mutmaßlich stärker zu leiden haben und zusätzlich benachteiligt werden, wenn beispielsweise die Alltagsstruktur gestört ist oder Freizeitaktivitäten nicht stattfinden können. Solchen Kindern und ihren Familien wollte der Club eine Freude bereiten, indem sie einen Weihnachtswunsch erfüllt bekommen, für den sonst die finanziellen Mittel nicht ausreichen. Maßgabe hierbei war, dass die Wünsche vor allem zu gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe beitragen und ein unvergessliches Gruppenerlebnis werden, wie beispielsweise ein Besuch in Theater, Zoo oder Freizeitpark. Realisiert wurden die einzelnen Wünsche über Sponsoren, die mit ihrem Beitrag jeweils eine Kugel am eigens gestalteten „Wünschebaum“ finanzierten. So konnten die Augen von insgesamt zwölf Familien bzw. Kindergruppen im Laufe des Advents zum Leuchten gebracht werden, wenn sie von Lions Mitgliedern im Germens Artfashion Store, wo der Baum sein Domizil hatte, ihre Wunschkugel überreicht bekamen.  

Die Organisatoren der Activity sowie alle anderen Clubmitglieder zeigten großes Engagement bei der Gewinnung von Sponsoren und im Aufspüren bedürftiger Familien bzw. Kindergruppen. So freuten sich beispielsweise nach einem Hinweis aus dem Chemnitzer LIONS-Netzwerk auch zwei Wohngruppen des Kinderheims „Freundeskreis Indira Ghandi e.V.“ über die Verwirklichung unerfüllter Wünsche. Sogar der sehr außergewöhnliche Traum eines jungen Mannes konnte durch die Beziehungen des LIONS-Mitglieds Michael Kahnt Realität werden: Der 17-jährige Til Augustin ist seit seiner Geburt an den Rollstuhl gefesselt und wünschte sich sehnlichst, einmal in seinem Traumauto Tesla mitfahren zu dürfen. Mike Fischer, Inhaber der Fahrschule Fischer-Academy aus Gera, zögerte nicht und lud Til zu einer Spritztour ein. Die Krönung: Da der Tesla als Fahrschul-Auto umgebaut ist, durfte der junge Mann sogar selbst hinter dem Steuer Platz nehmen und auf dem hauseigenen Übungsplatz ein paar Runden drehen.  


Text: Nicole Lehmann (Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit)

Fotos: Michael Kahnt / Patrick Schulze